Parkverbot, Rauchverbot, Alkoholverbot, Durchfahrtsverbot, Halteverbot, Tanzverbot, Zutrittsverbot, Fahrverbot, Badeverbot – Verbote lassen sich überall finden und haben in der Regel eine Berechtigung. Es gibt sie, um das Zusammenleben in einer Gesellschaft zu regeln und ihre Mitglieder zu schützen. Verbote sollen unnötigen Schaden vermeiden und ein geordnetes, faires Miteinander ermöglichen. Aber Verbote können auch hinderlich sein. Du verfolgst gerade ein Ziel und triffst dabei auf ein Verbot. Wie sollst du mit dem Verbot umgehen?
Verbote allein sind wie Sackgassen
Hier ein Beispiel: Es ist ein heißer Sommertag und du möchtest dich im nahegelegenen Fluss abkühlen. Dummerweise steht am Ufer ein Schild mit der Aufschrift Badeverbot. Du weißt, der Fluss hat eine starke Strömung. Er kann selbst geübten Schwimmern gefährlich werden. Aber du möchtest unbedingt ins Wasser, weil dir doch so heiß ist.

Normalerweise bleiben dir genau zwei Möglichkeiten: Einerseits könntest du das Verbot ignorieren. In manchen Situationen bleibt das folgenlos. Doch im schlimmsten Fall bringst du dadurch dich oder andere in Gefahr – wie beim Sprung in den reißenden Fluss. Die zweite Möglichkeit besteht darin, dich an das Verbot zu halten. Dann musst du entweder dein Ziel aufgeben, oder dir einen alternativen Weg überlegen, wie du es trotzdem erreichen kannst. Vielleicht lieber ins Freibad gehen oder ein Eis essen? Aber wo ist die nächste Eisdiele und hast du überhaupt Geld dabei? Du merkst schon: Über Alternativen nachzudenken, kann ziemlich anstrengend sein.
Gute Verbote im Sinne der kognitiven Ergonomie
Am Ende musst du für dich eine Entscheidung treffen. Allerdings kannst du aus Situationen wie dieser etwas lernen: Verbote allein sind wie Sackgassen. Sie zeigen anderen auf, was nicht geht. Dabei lassen sie die Betroffenen aber mit der Suche nach Alternativen allein. Wenn du das nächste Mal selbst ein Verbot aussprichst, mach es hirnfreundlich! Ein gutes Verbot im Sinne der kognitiven Ergonomie zeigt Handlungsalternativen auf. Sag, was nicht geht und was Betroffene stattdessen tun können. Hier ein großartiges Beispiel:

Das Schild hängt im Eingangsbereich einer Firma. Auf dem Firmengelände herrscht Rauchverbot. Gleichzeitig weist der Aschenbecher darauf hin, dass man vor dem Eingang noch Rauchen darf und wo man Zigarettenkippen entsorgen kann.
Hier noch ein Beispiel:


Ein Schild untersagt Hundebesitzern, den Rasen als Hundeklo zu nutzen. Aber jeder Hundehalter weiß: Die Vierbeiner folgen bei ihren Geschäften weniger Schildern als Instinkten. Das Verbot allein sorgt deshalb nicht automatisch für einen sauberen Rasen. Hirnfreundlicher wäre es, auf die Hundewiese ganz in der Nähe hinzuweisen. Dort wäre der richtige Platz mit Mülleimern und Tütenspendern.
Fazit: Hirnfreundliche Verbote zeigen Handlungsalternativen
Hirnfreundliche Verbote zeigen sichtbare, einfache und logische Handlungsalternativen zum ursprünglichen, aber verbotenem Ziel auf. Betroffene müssen selbst nicht erst nach ihnen suchen. Das macht es leichter, ein Verbot zu akzeptieren – und sich auch daran zu halten.