In diesem Beitrag sammle ich Beispiele aus der Kategorie „Mit besten Absichten“. Es geht um Situationen, in denen Menschen mit guter Absicht versucht haben, Orientierung zu geben oder auf etwas Wichtiges hinzuweisen. Ihr Anliegen ist richtig und sinnvoll, aber die Umsetzung nicht ganz gelungen. Mein Fokus liegt auf der Frage: Wie hirnfreundlich ist die jeweilige Lösung? Künstlerische oder werbepsychologische Aspekte spielen dabei keine Rolle. Die Beispiele sollen als Denkanstoß für eine hirnfreundlichere Gestaltung im Alltag dienen.
Der Hilfe!-Kasten

Dieser Verbandskasten ist gut gesichert, aber schlecht erreichbar: Vier Hinweistexte und ein Schlüssel stehen zwischen Hilfsbereitschaft und Verbandszeug. Hier wäre es besser, das Flickwerk an Hinweisen zu entfernen und ein strukturiertes Ablaufdiagramm anzubringen. Im Notfall sollte das Material außerdem leicht zugänglich sein. Um ranzukommen, braucht man aber erst einmal einen Schlüssel. Ob Diebstahlschutz über schneller Hilfe steht, kann man durchaus hinterfragen.
Das Denksportschild

Drei Faktoren machen dieses Schild eher zu einer Denksportaufgabe als einem Hinweisgeber: Die Pfeilspitze, die von der Laterne verschluckt wird, muss man erst suchen. Die verschnörkelte Frakturschrift kann nicht jeder entziffern. Das bräunliche Farbschema fällt vor grüner Hecke und Holzbalkon wenig auf.
Wegweiser ohne Richtung

Zwei Fahrradwege, ein Schild und doch keine Orientierungshilfe. Der Richtungspfeil auf dem Schild zeigt exakt in die Mitte zwischen beiden Wegen und lässt den Radler ratlos zurück. Statt Orientierung entsteht ein Moment des Zögerns: Geht’s links oder rechts weiter?